Wer eine Klassenfahrt oder Ferienfreizeit in unsere Selbstversorgerhäuser nach Montaione unternimmt, kann diesen Spaziergang auch persönlich mit mir unternehmen!
Lasst uns doch mal ein Stück laufen, durch den Altstadtkern des Ortes, das centro storico. Ich schlage vor, wir treffen uns am Marktplatz, da können wir in der Pizzeria da Yuppa gleich einen Tisch für heute Abend bestellen.
Bevor wir in den Altstadtkern gehen, möchte ich mit euch einen Abstecher in die Viale da Filicaja machen, ihr werdet schon sehen, warum. Erst ein paar kleinere Läden, der zauberhafte Ceccarelli, der aus den Tiefen seines winzigen Ladens einfach alles herauszaubert, was ich brauchen kann, von Werkzeug über Kosmetika, einen Schlüsseldienst, die Pizzaschaufel, Küchenutensilien achundnoch. Dann kommen wir vorbei an einer Bäckerei, einer Bank (nicht die zum Sitzen, die mit dem Geld!), dem Consorzio von Carlo mit Gartenbedarf und lokalen Produkten, hier solltet ihr mal rein und stöbern, alles für die Weinherstellung, Samen, Pflanzen und Behältnisse. Etwas weiter kommen wir zum kleinen Carpe Diem Hotel mit einem vorzüglichen Restaurant und einer ebensolchen Weinauswahl. Schräg gegenüber liegt die Villa Serena, die Residenz für alte Menschen. Hier in Montaione funktioniert die Integration vorbildlich, so haben sie Sprechzeiten des Rathauses, einen zusätzlichen sonntäglichen Gottesdienst und den kompletten Ärzteflur hier eingerichtet. Wer also auf ärztliche Hilfe angewiesen ist, dieses ist eine Anlaufstelle.
Wir gehen zurück zum Ortskern, den ich erst einmal mit euch umrunden möchte, an der alten Stadtmauer entlang, also rein in die Via Chiti, da wo der 1. Parkplatz immer für den Rettungswagen reserviert ist.
Hier ist ein zentraler Platz, die Bar Aione ist hier, gleich auch die Bushaltestelle und wenns ein Feiertag ist steht hier der Süßigkeitenwagen. Einmal in der Bar sitzend hab ich den Pizzabäcker gefragt: “Ist heute eigentlich Feiertag?” Und er: “Was fürn Feiertag? Siehst du den Bonbonwagen? Na also!” Jetzt weiss ich, woran ich erkenne, ob in Italien Feiertag ist…
Wir laufen also schön lang der Via Chiti, hier an der Stadtmauer hängen meist Plakate von den bevorstehenden Veranstaltungen in Montaione und Umgebung, die Infomeile. Schließlich kommen wir am Rathaus vorbei. Hinter dem Rathaus liegt die alte Jugendherberge “il vagabondo”. Jetzt sind wir auf Höhe des Palazzo Mannaioni, dem großen Hotel vor Ort und links runter liegt das Schulzentrum.
Hier gibts einen hübschen Treppenaufgang hoch zur städtischen Bibliothek mit einem netten Vorplatz, der auch als Veranstaltungsort genutzt wird, wir gehen aber noch ein Stückchen weiter bis zur Piazza Garibaldi, ich liebe die Bank unter dem großen Baum. Am Brunnen gehen wir ins Zentrum, rechts in die Via Scipione Ammirato. Ich finde, hier ist Zeit für einen ersten caffè in der Bar Sport. Ganz urig mit 3 wackligen Tischen vor der Tür. Wunderbare Kulisse! Am liebsten mag man nicht mehr aufstehen… Aber die “Einkaufsmeile” lockt. Zu Geschäftszeiten können wir stöbern, vormittags von 9-13h und nachmittags von 16-20h sind die Geschäfte geöffnet. Gleich gegenüber der Bar Sport ist Posarelli, ein Wein- und Tabakladen, ders in sich hat, hier gibts noch andere Spezialitäten sowie einen Fotoentwicklungsservice und sämtliche Fahrkarten für den öffentlichen Verkehr. Wir kommen vorbei an einem Metzger, Schmuckladen, mehreren Trödel und Antiquitätengeschäften, Bekleidung und Kurzwaren, Geschenkartikeln, Hübsches für den Haushalt und weiteren kleinen Lebensmittelläden, die alle auch frisch belegte Brötchen, panini, zubereiten, einfach köstlich.
Montaione-Legende
Mein Geheimtipp ist Enrico, der Frisör. Geht doch mal zum Haare schneiden in Italien, der guckt und weiß, welche Frisur passt. Zu Enrico muss man durch einen Torbogen in ein Mini-Gässchen, gut, daß er ne Leuchtreklame hat.
Auf der Piazza della Repubblica müssen wir verweilen. Hier gibts die Antica Vineria Vanni, die gute alte Weinhandlung. Hier gibts auch Tabakwaren, man kann in Karten stöbern, und draußen mit einem Glas Wein sitzen. Direkt vor der S. Regolo Kirche, die kräftig jede Stunde schlägt. Sie läutet auch für Geburten und Sterbefälle im Ort , die alt Einheimischen können am Geläut erkennen, ob es sich um ein männliches oder weibliches Wesen handelt, dem das Geläut gilt.
Direkt am Kirchplatz gibt es einen Optiker, eine Kunsthandlung, Marias Lebensmittelladen, ein Kosmetikstudio und natürlich den Antico Forno, eine Bäckerei und Pizzeria, nichts wie rein da!! Hier gibt es wunderbare Plätzchen und Brotspezialitäten sowie leckere Pizzen, auch in Stücken. Würden wir die Via Roma weiter laufen, kämen wir an zwei Modeläden, einem Blumengeschäft, der Apotheke, einem neuen Optiker, und bei Dino, dem Spezialitätenhändler vorbei an der Bar Aione wieder raus. Machen wir aber nicht, weil ich mit euch noch durch die Via Cresci möchte, d.h. wir halten uns vor der Kirche rechts und stehen quasi vor der Kommandantur der Carabineri. Wer eine Anzeige aufgeben muss, kommt hierher, gleich daneben, eine wichtige Adresse in Montaione, das Tourismus-Büro. Hier gibts alles an Informationen, die man benötigt, um sich zurecht zu finden, Veranstaltungshinweise, Bahnzeiten, Stadtpläne. Außerdem ist hier auch das museo civico, das örtliche Museum untergebracht.
Ich finde, jetzt habe ich Euch erstmal genug gezeigt und Ihr erkundet auf eigene Faust die kleinen Gassen mit weiteren Restaurants, den malerischen Terrakottatöpfen vor den alten Eingangstüren und Pforten, Bruchsteinfassaden, Wäscheleinen, Torbögen und holt Euch zwischendurch noch ein Eis.
Wir treffen uns zum Essen wieder in der Pizzeria und anschließend gehe ich mit Euch in den Pub Lo Strettoio, wo es alle erdenklichen Biersorten bei guter Musik gibt, und Italiener live!
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